Kultur

Verschwörungstheorie, Flüchtlingskrise und gekonnte Mimik.

Münchener Lach und Schießgesellschaft

GDN - Bestaunt, Bewundert und zu einem attraktiven und
bewundernswerten Komödientrio , hat sich die
Münchener Lach- und Schießgesellschaft entwickelt.
Das Ensemble bestehend aus Christl Sittenauer, Sängerin und Moderatorin,
spielt schon seit Jahren bei „Bühnenpolka“ und dem „fastfood.theater“.
Ein Garant auf der Kabarettbühne die sich so leicht durch nichts
aus der Fassung beringen lässt.
Sebastian Fritz beeindruckte bereits mit seinem ersten Kabarettsolo „Brutalschön“ als ein am heftigen Erfolg leidendes Male Model. Als August-Eierding-Absolvent tummelte er sich auf den Bühnen von Metropoltheater bis Residenztheater und räkelte sich auch schon vor diversen Kameras als klein kriminellen Kunstfälscher oder als tatverdächtiger Spitzenkoch.
Ebenso Frank Klötgen Autos von gut und gerne 3000 Gedichten und
Songtexten beeindruckt auch als Punkbandsänger .
Ihr neues Programm „Aufgestaut“ findet jetzt im kommenden Januar 2023,
am 17.Januar um 20.Uhr im Pantheon Theater in Bonn statt.
Die Gäste werden sehen ,dass die drei sofort zur Sache kommen.
Eben noch trällern Christl Sittenauer, Frank Klötgen und Sebastian Fritz „Pack deine Koffer und verreis‘!“, da wird hart in den Stand gebremst: Der Bus der Reisegesellschaft steht im Stau. Sofort geht es bei Fahrerin und Fahrgästen ans Eingemachte. Denn es geht nicht nur buchstäblich nicht mehr weiter, es kann offenkundig grundsätzlich nicht mehr so weitergehen. Schnell werden die Fronten deutlich, zwischen den Generationen, zwischen den Besitzständen, zwischen den Weltanschauungen, zwischen den Geschlechtern.
Und jeder wartet auf den nächsten Zug des anderen.
Nicht nur der bereits vor der Pandemie gefundene Titel „Aufgestaut“ erweist sich als brandaktuell, das ganze Programm landet punktgenau im Hier und Jetzt. Die Parabel von der „Bus-Gesellschaft“ funktioniert großartig, weil sie konkrete Probleme in all ihrer Widersprüchlichkeit und mit all dem in ihnen steckenden Witz so spielerisch verhandelt.
Flüchtlingskrise, Neoliberalismus, Hasskultur oder Verschwörungswahn: Alles spiegelt sich in Figuren wie der liberalen, aber aus Verzweiflung zur Diktatorin werdenden Busfahrerin, dem Kapitalisten-Gierschlund, dem Öko-Weichei, dem professionellen Internet-Hater oder dem alten Ehepaar, das sich von einem schmierigen „Life-Coach“ auseinanderbringen lässt.
Ein von Regisseur Sven Kemmler meisterlich inszeniertes veritables Theaterstück, das nicht nur Tiefgang hat, sondern auch Riesenspaß macht. Auf der Bühne toben sich drei Rampensäue aus, die mit Sprache, Dialekten und Mimik umgehen und auch noch exzellent singen können.
Münchener Lach und Schießgesellschaft
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